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Mein Leben..

Malen hilft mir zu verstehen. Ich spaziere mit aufgestellten Ohren, großen, geöffneten Augen durchs Leben, neugierig auf alles und offen für alle. Ich mag etwas oder auch nicht, aber ich versuche immer hinzusehen und zuzuhören. Ich kam am 31.12.1942, inmitten eines grausamen Krieges, auf die Welt. Die Brust meiner Mutter kümmerte mich also mehr als der eilende Nazismus und diese Zeit muss mich geprägt haben... Meine Kindheit war weich, so zart zwischen den Düften der Orangenbäume und den arabischen Feldern Algeriens. Dieses Wort „Algerien“ ruht in mir und erweckt heute eine hoffnungslose Nostalgie. Meine kleine Schule, meine arabischen, spanischen und französischen Freunde, wir lebten friedlich in großer Freiheit, erfüllt und immer auf gut Glück. Dann kam die schnelle Abreise nach Paris, weil mein Vater spürte, dass der Krieg sich anbahnte. Paris und sein „Banlieue“ im Norden und sein Duft nach Kohlköpfen. Das Grau, die Enge, blaue Schuluniform mit weißem Kragen, schlecht in der Schule, aber gut in Kunst. Es kam die Zeit der „Dekorativen Kunst“. Nizza und seine „galets“ mit seinen „pan banias“ und ich mit meinen 20 Jahren, die mir das Gefühl gaben, alle Macht der Welt zu besitzen. 1967, mein Diplom unter dem Arm, alle Brücken hinter mir abreißend, ging ich nach Berlin. Diese Stadt zog mich an, eine Insel, meine Insel. Dort war es, wo ich lernen würde, vielleicht zu verstehen, was es nicht zu verstehen gab.